...Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!
Chronik

Das alte Rüsthaus unserer örtlichen Feuerwehr steht nicht mehr. Das kleine Haus am westlichen Ortsausgang wurde im Jahr 1956 an die kinderreiche Familie Düregger verkauft.

Über dem breiten Tor dieses alten Zeughauses stand bemalt „Feuerwehr 1841 Rüsthaus“.

Es war also schon damals, vor rund 150 Jahren, vorübergehend zur Aufstellung einer Feuerwehr gekommen, vermutlich wohl im Zusammenhang mit den beachtlichen Betrieben des Ortes, den Sensenwerken und Schmieden, in denen doch ständig mit offenem Feuer gearbeitet werden musste. Vielleicht war auch eine böse Feuersbrunst der Anlass, eine Feuerwehr zu bilden. Die Ledereimer, die im Brandfalle von Hand zu Hand gereicht wurden, waren ja bei Neugründung der Wehr im Jahre 1925 noch zum Teil im Rüsthaus lagernd, neben Grißbeilen, Picken und anderem Werkzeug vorhanden.

Im Jänner des Jahres 1925 rief der Gastwirt Gottfried Stocker die Bürger des Dorfes im Gasthaus Wilding zusammen und  die Freiwillige Feuerwehr St. Peter ob Judenburg wurde aus der Taufe gehoben.

Die nächste Sitzung wurde drei Tage später in Pichl abgehalten, dabei wurde ein Mitgliedsbeitrag von 50.000 Kronen (Schilling 5,--, Gegenwert von ca. 2 kg. Rindfleisch der damaligen Zeit) festgesetzt.

Auch ein Löschfahrzeug, ein vierrädriger Karren, darauf aufgebaut eine Zweizylinder Handpumpe, war vorhanden. Mit einem Doppelgespann ging es damit zum Brandplatz, die Pferde wurden ausgespannt, die Deichsel abgenommen, und dann wurde gepumpt; vier Mann links, vier rechts, hoben und drückten die waagrechten Stangen auf und nieder, in flottem Rhythmus. Der Zylinder saugte an, aus dem anderen wurde das Wasser hinausgedrückt. Gegenüber den Handeimern immerhin ein beachtlicher Fortschritt! 

Da war aber dann von den Judenburgern eine Motorpumpe zu bekommen. Diese Pumpe kostete 20 Millionen Kronen (Schilling 2.000,--), zahlbar in 2 Jahren. Die Anzahlung, durch den Hauptmann Stegmüller betrug 1 Million Kronen, der Landjugendbund St. Peter spendete 5 Millionen Kronen und für den Ankauf der Schläuche wurde gleich eine Tombola veranstaltet, die 500.000 Kronen brachte.

Nachdem die Judenburger Wehrmänner an einem Sonntag, nach der Kirche, die Spritze vorgeführt hatten, begann der regelmäßige Übungsbeginn im Zeitabstand von 14 Tagen. Wer unentschuldigt fernblieb, zahlte eine Strafgebühr von 1 Schilling.

Im Sommer des Jahres 1926 wird der erste Einsatz der jungen Wehr bei einem Waldbrand in der Paig, beim Goßner nötig. Ein Jahr später brannte der Dachstuhl beim Michlbauer und im Juni 1928 die Säge Götzenbrugger. Die junge Feuerwehr hatte es in den laufenden Jahren immer wieder mit Bränden zu tun, sei es beim Frattenheizen im Wald, Kaminbrände und sonstige Brandeinsätze.

Im Jahre 1932 wurde eine neue Motorspritze der Marke Piccolo angekauft, welche auf einem Zweiradkarren aufgebaut wurde. Die Leistung war nicht berühmt, aber trotzdem ein beachtlicher Fortschritt der damaligen Zeit.

Neben den Brandeinsätzen hatte die Wehr auch die vielen Hochwassereinsätze zu bewältigen. Am 01. August 1967 hielt die 4 Meter hohe Staumauer unterhalb vom Wasserleiter den starken Regenmassen nicht stand, kam zu Bruch und richtete im Möschitzgraben großen Schaden an. Im November 1968 führte die Mur gewaltiges Hochwasser und überflutete die Au. Eine Herde von Jungrindern wurde eingeschlossen und drohte zu ertrinken. Die Männer unserer Wehr mussten sich im Wasser, oft bis zur Brust vorkämpfen, um die Tiere in Sicherheit bringen zu können.

Da sich im Laufe der Jahre die Bauvorschriften änderten, Talsperren und Bachverbauungen errichtet wurden, konnte so mancher Brand und Hochwassereinsatz verhindert werden.

Nach den Kriegsjahren wurde unter Kommandanten Ignaz Probst eine Rosenbauer Motorpumpe angekauft. Das Geld für die Anschaffung von Schlauchmaterial und Uniformen war immer knapp. So wurden jährlich Gartenfeste veranstaltet und mit dem Reinerlös konnte man neue Ausrüstungsgegenstände kaufen.

Ein großes Problem war auch die Alarmierung, die bisher mit Glockengeläute oder Trompetensignal erfolgte. So konnte man in den 50iger Jahren eine Sirene am Kirchturm installieren. Eine weitere folgte dann am Stocker Stadl. 1984 wurde eine Funksirenensteuerung eingebaut und eine Alarmierung über die Florianstation Judenburg war bzw. ist möglich.

In den Jahren 1955 und 1956 wurde ein neues Rüsthaus gebaut. 1957 übernahm Hubert Prommer die Führung der Wehr. Unter seinem Kommando wurde je ein Löschwasserbehälter in Pichl und in Mitterdorf errichtet, welche heute noch in Betrieb sind. Weiters wurde im Jahre 1959 ein neues Löschfahrzeug der Marke Opel Blitz angeschafft, welches unser erstes Feuerwehrfahrzeug, einen offenen Ford Kanada ablöste. Auch wurde eine VW-Pumpe von der Fa. Rosenbauer angekauft.

1969 wurde dann Karl Pichler zum Kommandanten gewählt. In den darauf folgenden Jahren wurde ein Landrover mit Seilwinde, ein mobiles Funkgerät und 3 Atemschutzgeräte in den Dienst gestellt.

Günter Messner übernahm dann im Jahre 1980 die Geschicke der FF St. Peter, und im Jahre 1985 wurde eine neue Tragkraftspritze der Marke Ziegler und 1987 ein neues Kleinlöschfahrzeug der Marke Ford Transit mit mobilen Funkgerät angekauft. Nun befand sich die Wehr in einem zeitgemäßen Zustand, und Einsätze verschiedenster Art konnten in unserem Löschbereich mit den zur Verfügung stehenden Fahrzeugen und Gerätschaften bewältigt werden.

1990 wurde dann Johann Stocker zum Kommandanten gewählt. Da der Verkehr auf der B317 stark zunahm und sich auch immer mehr Unfälle ereigneten, entschloss man sich 1993 ein hydraulisches Rettungsgerät der Marke Hurst und ein Notstromaggregat anzukaufen. 1996 folgte  noch ein neuer Abschleppanhänger mit Transportrollern.

Im Jahre 2000 übernahm Marcus Gassner das Kommando. So wurde noch im selben Jahr das Rüsthaus in einer Bauzeit von nur 3 Monaten saniert und erweitert. 2001 wurde die komplette Mannschaft mit einer entsprechenden Schutzbekleidung ausgestattet und das  Rettungsgerät mit einem hydraul. Zylinder erweitert.   2003 wurde im Rahmen des 3. Bezirksfeuerwehrtages ein neues Rüstfahrzeug, der Marke Mercedes-Benz 815DA 37 4x4 offiziell seiner  Bestimmung übergeben. In den Jahren 2006/2007 wurde der brachliegende Dachboden ausgebaut und in ein modernes und zeitgerechtes Kommandobüro umfunktioniert.

Seit dem Jahr 2008 ist die Feuerwehr auch Online im Internet vertreten. Unter der Adresse http://www.ffstpeter.at können jederzeit und überall auf der Welt alle Daten abgefragt werden. Aktuelle Berichte sowie Bilder über Einsätze, Veranstaltungen und Übungen geben einen umfangreichen Eindruck über die vielseitigen Aktivitäten dieser wichtigen Einrichtung.

Im Jahre 2010, wurde von der FF St. Peter ob Judenburg das Kommando neu gewählt. Zum Kommandanten wurde HBI Andreas Gruber Veit, zu seinem Stellvertreter OBI Franz Draschl gewählt. Diese beiden führen unsere Wehr seitdem gekonnt durch freudige, ereignisreiche, aber auch teilweise stürmische Zeiten.

Im Jahre 2013 wurde das neue KLFA angeschafft und eingeweiht. Dieses Fahrzeug stellt eine absolute Bereicherung der FF St. Peter dar. Das Fahrzeug ist entsprechend den neuesten technischen Gegebenheiten ausgestattet worden. Auch wurden zahlreiche Schritte im Bereich der anderen Ausstattungsgegenstände, wie zum Beispiel Funkgeräte, Atemschutz, technische Einsatzmittel und dergleichen, vorgenommen. Im Bereich der persönlichen Schutzausrüstung haben wir ebenfall starke Verbesserungen wie neue Helme, neue Einsatzstiefel, neue Technikhandschuhe und andere Dinge erhalten. Man kann ohne weiteres sagen, dass sich die FF St. Peter ob Judenburg unter ihrem derzeitigen Kommando und den absolut motivierten Kameraden und Kameradinnen derzeit auf dem technischen Stand der Dinge befindet.

Kommandanten:

1925-1932:  H. Stegmüller, Gast- und Landwirt
1932-1938:  G. Stocker, Gast- und Landwirt
1938-1947:  H. Götzenbrugger, Landwirt und Sägewerker
1947-1957:  I. Probst, Tischlermeister
1957-1969:  H. Prommer, Sägewerker
1969-1980:  K. Pichler, Werkmeister
1980-1990:  G. Messner, Polier

1990-2000:  J. Stocker, Gastwirt
2000-2010: M. Gassner, Polizist
seit 2010: A. Gruber-Veit, Manager